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Firmenkultur

Respekt schafft Raum für neues Denken

«Viele Unternehmen unterschätzen den Wert ‹Respekt› in der Unternehmenskultur», sagt HR-Spezialistin Laila Ulmann. bbv hat sich intensiv mit dem Begriff auseinandergesetzt – und festgestellt, dass gelebter Respekt klare Vorteile im Arbeitsalltag bringt.

19.12.2018Text: bbv0 Kommentare
Firmenkultur bvv
Foto: Donovan Wyrsch
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Respekt ist ein Begriff, der oft als Wert von Unternehmen genannt wird. Auch bei bbv gehört «Respekt» – neben «Exzellenz», «Kundenorientierung», «Mitverantwortung» und «Leidenschaft» – zu den fünf intern wie auch in der Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern gelebten Kulturprinzipien.

Wie wichtig Respekt ist und warum gerade respektvolles Miteinander in den Teams zu den besten Ergebnissen führt, hat das Unternehmen herausgefunden, als es sich intensiv mit dem Begriff «Respekt» auseinandergesetzt hat.

Was bedeutet Respekt in Bezug auf die Kulturprinzipien von bbv?

Laila Ulmann, HR Spezialistin bei bbv: «Kurz gesagt bedeutet respektvolles Handeln für uns: Wir agieren ehrlich, offen und aus der Überzeugung heraus, dass Diversität zu den besten Lösungen führt.»

Wieso glauben Sie bei bbv, dass gerade Diversität gemeinsame Stärke schafft?

Bei bbv, wie in jeder Firma, arbeiten ganz unterschiedliche Menschen zusammen. Diversität hat dabei viele Facetten. Einerseits unterscheiden sich die Mitarbeitenden puncto Alter, Geschlecht oder Nationalität, andererseits aber auch bezüglich ihrer Persönlichkeit, Wertevorstellungen oder Fähigkeiten. Zudem sind die individuellen Sichtweisen und Perspektiven, die Art, wie sie mit Informationen umgehen, zu Entscheidungen kommen oder wie souverän sie im Umgang mit Kunden, Partnern und im Team agieren, sehr vielfältig. Manche sind eher risikofreudiger, andere eher zurückhaltend. All dies ist sehr individuell – und das ist gut so!

Diversität hilft, den besten Lösungsweg zu finden. In einem diversifizierten Team werden Herausforderungen, Neues oder Veränderungen von unterschiedlichen Seiten beleuchtet und unter verschiedenen Gesichtspunkten analysiert und bewertet. So entsteht eine möglichst ganzheitliche Sicht, die es ermöglicht, dass eine Entscheidung im Idealfall wirklich allen Aspekten Rechnung trägt.

Mit anderen Worten: Je homogener ein Team, umso geringer ist dessen Schlagkraft?

Wenn wir uns als Unternehmen auf die Fahne schreiben, dass wir neue Wege gehen, unser Denken und Handeln weiterentwickeln und unsere Performance verbessern wollen, dann gelingt dies nur mit Menschen, deren Fähigkeiten, Ideen und Anschauungen sich von unseren eigenen unterscheiden. Das ist zwar unbequem, doch wir sehen, dass Teams mit hoher Diversität Bestehendes regelmässiger hinterfragen und optimieren – und dies nur, weil sie viele verschieden Sichtweisen einbeziehen. In homogenen, in sich geschlossenen Teams, stösst man hingegen oft auf verzerrte Sichtweisen und festgefahrenes Denken. Das trübt oder verdeckt den Blick aufs Wesentliche oder auf Neues und führt zu Fehlentscheiden.

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Aber Diversität widerspricht doch dem Wunsch nach Gemeinsamkeit im Team?

Nur auf den ersten Blick. Auch stark «ungleiche» Individuen können als Einheit agieren. Das bedingt natürlich eine Arbeitsatmosphäre, in der man sich partnerschaftlich gegenseitig unterstützt. Das heisst: Jeder Beitrag ist willkommen und die Meinungen der anderen werden respektiert und nicht kommentiert. Wo kein «falsch» oder «richtig», sondern nur «individuell» existiert, können sich Talente frei entfalten und Teams können neue Wege gehen. Das verleiht der Innovationskraft des Unternehmens förmlich Flügel.

Die Forschung zeigt: Gute Integration im Team minimiert Denken, das nur auf sich bezogen ist, eliminiert interne Konkurrenz und fördert das Engagement im Team. Informationen und Wissen werden intensiver geteilt, Entscheidungen besser verstanden, solider abgestützt und eher akzeptiert.

Ganz konkret: Wie zeigen Sie im Alltag, dass Sie respektvoll sind?

Als HR Spezialistin führe ich jeden Tag Bewerbungsgespräche. Bei diesen erlebe ich oft, dass Kandidatinnen und Kandidaten erstaunt sind, wenn sie merken, dass ich sehr viel Wert darauf lege, zu prüfen, ob wir – bezogen auf die Werte – zueinander passen, ob es einen kulturellen «Match» gibt. Wir wollen in den Gesprächen den anderen wirklich kennenlernen – und nicht einfach nur oberflächlich dessen Lebenslauf abfragen.

Und was verstehen Sie bei bbv unter «respektvoll miteinander arbeiten»?

Respekt setzt Ehrlichkeit voraus – sich selbst und anderen gegenüber. Respekt unterscheidet sich damit deutlich vom Begriff «Anstand», denn Anstand benötigt keine Ehrlichkeit. Sich respektvoll zu verhalten, bedeutet bei bbv, dass wir achtsam und offen sind, die persönliche, kulturelle und ethnische Individualität anderer schätzen.

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Uns ist es wichtig, dass wir ehrlich, unvoreingenommen und neugierig aufeinander zugehen, sodass sich alle geborgen, akzeptiert, geachtet und sicher fühlen. Diese «psychologische Sicherheit» wiederum ist – das belegt zum Beispiel eine Google-Studie – der Schlüssel für überragende Leistungsfähigkeit im Team.

In einem psychologisch sicheren Umfeld geht man viel wahrscheinlicher an die Grenzen, riskiert eher einmal etwas und getraut sich einfacher, Schwächen einzugestehen. Genau das ist wichtig und richtig. Nur wenn wir alle Facetten einer Person respektieren, kann diese ihren Platz im Team einnehmen, sich in ihrer Rolle voll entfalten und das persönliche Maximum zum gemeinsamen Erfolg beisteuern.

Was raten Sie neuen Mitarbeitenden? Wie gelingt diesen der Einstieg ins Team?

Damit ihnen der Start gelingt, motivieren wir unsere neuen Kolleginnen und Kollegen, zunächst einmal alles auf sich wirken zu lassen – ohne zu urteilen.

Zweitens bestärken wir sie darin, möglichst authentisch aufzutreten. Wir zeigen, wer und wie wir sind, verstecken uns nicht hinter einer «Maske».

Drittens zeigen wir ihnen, wie wichtig es ist, sich nicht auf das eigene Weltbild zu fokussieren, sondern zu versuchen, die Welt aus der Perspektive der anderen zu sehen; mit dem Willen, zu verstehen, weshalb eine andere Person die Dinge so sieht, wie sie sie nun einmal sieht. Für Letzteres unabdingbar ist es, zuzuhören – und zwar nicht einfach so, sondern aktiv und mit echtem Interesse.

Aktiv zuhören? Wie muss man sich das vorstellen?

Kommunikation hat immer zwei Aspekte. Erstens: «Was sagt und meint der andere?» und zweitens: «Was empfange und verstehe ich, was löst das bei mir aus?». Wer aktiv zuhört, zeigt dem anderen, dass er die Sicht seines Gegenübers verstehen lernen möchte und empathisch ist. Wer jemand anderem ungeteilte Aufmerksamkeit schenkt, kann sich tatsächlich auch in dessen Rolle versetzen, die Welt und die Dinge mit dessen Augen sehen. Das öffnet den Blick für Neues, vielleicht Unerwartetes – und erweitert den eigenen Horizont. Daher ist aktives Zuhören ein wichtiges Zeichen von gelebtem Respekt und echtem Interesse am Gegenüber.

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