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Digitale Transformation in Unternehmen

Grosse Ziele in kleinen Schritten

Digitale Transformation bedeutet nicht zwingend eine Umwälzung aller Geschäftsbereiche. bbv unterstützt Unternehmen beim Erarbeiten einer erfolgreichen Digitalisierungsstrategie, die sich Schritt für Schritt bewältigen lässt.

29.06.2018Text: bbv0 Kommentare
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Der Schweizer Wirtschaft droht eine digitale Zweiklassengesellschaft. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Ernst & Young aus dem Jahr 2018, zu der 700 Schweizer Unternehmen befragt worden sind. Von diesen Unternehmen erkennt zwar der Grossteil die Dringlichkeit der Digitalisierung – 66 Prozent messen ihr eine grosse bis sehr grosse Rolle zu. Gerade der Mittelstand zögert aber immer noch, die nötigen Investitionen zu tätigen. «Bei KMU herrscht in den Nutzen-Kosten-Überlegungen oft Unsicherheit», erklärt Alan Ettlin, Business Area Manager bei bbv. «Nicht selten sind es beträchtliche Investitionen, die getätigt werden müssen – für ein Ergebnis, das für die Entscheidungsträger unter Umständen nicht wirklich greifbar ist.»

Eine bewusst erarbeitete und gelebte Digitalisierungsstrategie ist für Unternehmen ein wichtiges Hilfsmittel, um solche Unsicherheiten aus dem Weg zu räumen. Allenfalls wird durch sie sogar ersichtlich, dass die digitale Transformation nicht gleich eine Umwälzung aller Geschäftsbereiche zur Folge haben muss. Denn Digitalisierung kann auch punktuell fortschreiten – sei es auf Prozess-, Produkt- oder Dienstleistungsebene. Um sich zu orientieren und eine erfolgreiche Digitalisierungsstrategie zurechtlegen zu können, lohnt es sich, sich als Unternehmen einen «Technologieradar» aufzubauen: Technologische Entwicklungen können so ständig beobachtet und ihr Einfluss auf das eigene Geschäftsmodell eingeschätzt werden. «Damit das gelingt, bedarf es einer Faktenlage», erklärt Ettlin. «Man versucht etwa, dank Big Data und Business Intelligence eine Entscheidungsgrundlage zu erstellen, welche Technologien im eigenen Unternehmen sinnvoll eingesetzt werden können.» Bereits mit nur einzelnen, punktuell digitalisierten Prozessen kann bereits eine Basis geschaffen werden, um die für Big-Data-Analysen erforderlichen Informationen zu sammeln.

Workshop als erster Schritt

Mit der Innovation-Workshop-Serie unterstützt bbv Unternehmen bei deren digitalen Transformation. Die Workshops werden zu spezifischen Trendthemen wie Blockchain, IoT, agile Methoden oder Lean Management angeboten. Im ersten Modul («Overview») jedes Innovation Workshops erhalten Teilnehmer einen Überblick zur jeweiligen Trendtechnologie, um sie dann im zweiten Modul «Exploration» im jeweiligen Unternehmenskontext zu beleuchten – sei es durch eigene Ideen, sei es durch Inputs von bbv-Beratern. Die verschiedenen Ideen werden anschliessend in einer spezifisch für den Workshop entwickelten Evaluationsmatrix gegenübergestellt. Im dritten Modul «Consolidation» werden die vielversprechendsten Ideen zu einem konkreten Business Case ausgearbeitet. Das Spannende: Durch die Kombination von Modulen verschiedener Trendtechnologien können auch «interdisziplinäre», themenübergreifende Geschäftsideen entstehen.

Klar ist: Eine derartige Veränderung bewirkt immer eine Transformation im eigenen Unternehmen – mal grösser, mal kleiner. Gerade abgrenzbare Bereiche eignen sich gut, um erste, kleinere digitale Projekte mit spürbaren Nutzen umzusetzen – etwa eine Anbindung einzelner Maschinen an eine Cloud zu Überwachungszwecken, die Erstellung eines Webshops als zusätzlichen Vertriebskanal oder die Automatisierung einzelner Geschäftsprozesse zur Effizienzsteigerung. Im Exploration-Modul des bbv Innovation Workshops werden die Auswirkungen möglicher «Digitalisierungs-Ideen» miteinander verglichen. «Vielleicht hat man mit kleinem Aufwand und kleinen Risiken schon punktuell einen beträchtlichen Nutzen, der dann attraktiver erscheint als das grosse Vorhaben, das zwar einen grossen Nutzen verspricht, aber auch mit hohen Kosten und Risiken verbunden ist», sagt Ettlin. «Genau dieses Abwägen fördern wir in der Innovation-Workshop-Serie. Damit haben Unternehmen eine qualifizierte Entscheidungsgrundlage für den Umgang mit der Digitalisierung.»

Agile Methoden als Vorbild

Eine Musterlösung zur konkreten Umsetzung von Digitalisierungsprojekten gibt es nicht. «Wenn man in einer derartigen Ungewissheit navigiert, wie es Unternehmen im Rahmen der Digitalisierung tun, bietet es sich aber an, sich an agilen Denkweisen zu orientieren», erklärt Ettlin. Dabei erstellt man keinen riesigen Masterplan, den man dann akribisch bis zum Ziel befolgt, sondern geht Schritt für Schritt vor, um während der Projektumsetzung bewusst etwa auf Marktveränderungen reagieren zu können.

Damit ein agiles Vorgehen gelingt, braucht es unter anderem Einigkeit ob der Wertschöpfung, die man verfolgt. Alle am Projekt beteiligten Personen müssen das gleiche Verständnis dafür haben, was überhaupt der Nutzen ist, den man mit dem Digitalisierungsprojekt maximieren möchte. «Wenn man jedes Mal wieder eine andere Optik auf das Projekt anwendet, führt das zu Umwegen auf dem Pfad der Digitalisierung», sagt Ettlin. Darüber hinaus muss die Organisation so gestaltet sein, dass sie auch entscheidungsfähig ist. Analog etwa zum Scrum-Verfahren in der agilen Software-Entwicklung braucht es einen Product Owner, der dafür sorgt, den jeweiligen Nutzen so zu maximieren, wie er zuvor festgelegt wurde. Der Product Owner muss in der Lage sein, bei der Umsetzung immer die richtigen Prioritäten schnell zu entscheiden und zu kommunizieren.

Agile Methoden sind dort wertvoll, wo ein beträchtliches Mass an Unsicherheit vorhanden ist – sei es auf der organisatorischen oder auf der technologischen Ebene.

Agiles Projektmanagement ist aber nicht zwingend der Weisheit letzter Schluss: Wenn das Resultat von Anfang an sonnenklar ist, und man es wiederholt in ähnlicher Art schon mal umgesetzt hat, bieten sich agile Methoden nicht an – etwa bei der Einführung einer Standard-Software, wenn die Rahmenbedingungen gegeben sind und nur noch die einzelnen Schritte abgearbeitet werden müssen. Agile Methoden sind dort wertvoll, wo ein beträchtliches Mass an Unsicherheit vorhanden ist – sei es auf der organisatorischen oder auf der technologischen Ebene. Doch auch bei der Grundlagenforschung haben agile Methoden ihre Grenzen: «Agile Methoden erfordern ein differenziertes Vorgehen», sagt Ettlin. «Nur so können allenfalls auch erfahrene Personen bei der Navigation unterstützen, um die gesteckten Ziele möglichst effektiv und effizient zu erreichen.»

Der Experte

Alan Ettlin

Alan Ettlin ist, neben seinem Engagement bei bbv Consultancy, Business Area Manager bei bbv Software Services und betreut in dieser Funktion Kunden von ersten Ideen hin zu erfolgreich eingeführter Software mit gemeinsam entwickelten Lösungsansätzen – ganz im Sinne von «Making Visions Work».

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